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Politische Themen im Glückskeks

Politische Themen im Glückskeks
Politische Themen im Glückskeks
© Nora Hechler

Zum Start gab´s Glückskekse für die Kandidaten auf dem Podium. Doch das Gebäck enthielt nicht den üblichen Sinnspruch, sondern eines von sieben politisch relevanten Themen für die Podiumsdiskussion, zu der unter dem Titel „Politik im  Dialog“ die Katholische und die Evangelische Kirche im Main-Taunus eingeladen hatten. Im gut gefüllten Saal der Seniorenresidenz Augustinum sollten die Politiker Stellung beziehen zu Migration und Integration, Soziale Gerechtigkeit, Wohnen und Zusammenleben, Nachhaltigkeit, Familie, Bildungspolitik sowie Zukunft der Arbeit.

Nancy Faeser (SPD), Christian Heinz (CDU), Thomas Kandziorowsky (FWG), Michael Müller (Die Linke),  Stephanie Müller (FDP), Jonas Pradt (AfD) und Lukas Schauder (Bündnis 90 | Die Grünen) stellten sich zudem unter Moderation von Ulrich Müller-Braun, Leiter der Redaktion "Mix am Mittwoch", den Fragen des Publikums. Bereits im Vorfeld hatte die Möglichkeit bestanden, Fragen einzureichen. Nach der Themenrunde sammelten zudem „Anwälte des Publikums“ noch einmal konkrete Anliegen der Besucher ein.

Wie bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden könnte – eine Frage, an der auch das Publikum großes Interesse hatte – wurde auf dem Podium kontrovers diskutiert. Die Bandbreite der Vorschläge reichte von der Senkung der Baukosten über Nachverdichtung bis zur Forderung, tausende Sozialwohnungen zu bauen.  Noch etwas hitziger ging es zu beim Thema Migration und Integration. Aus den  Reihen der  Besucher kam dazu die Frage, wie die Kandidaten die Anerkennung von beruflichen Qualifikationen der Zuwanderer verbessern wollen. Weitgehend einig waren sich die Podiumsteilnehmer in Bezug auf die Notwendigkeit eines optimierten Zuwanderungsgesetzes sowie einer nachhaltigeren und besser funktionierenden Integration.

Wenig Einigkeit herrschte dagegen beim Thema Bildung. Die Vertreter von Regierungs- und Nicht-Regierungs-Parteien kämpften dabei um die Deutungshoheit im Blick auf das Problem des Lehrernachwuchses und die Qualität der Schulbildung und -ausstattung.  Das Publikum hakte nach mit der Frage nach einer Gebührenfreiheit für die Betreuung von unter Dreijährigen und besserer Entlohnung für Erzieherinnen. Gefragt wurde auch danach, welche Notwendigkeit, Herausforderungen und Chancen die Kandidaten in der Zusammenarbeit und dem Dialog mit den Kirchen sehen. Einigkeit bestand in der Runde vor allem darüber, dass die Kirchen mit ihren diakonischen Einrichtungen ein wichtiger Partner im Sozialbereich sind.

Bei der Begrüßung hatte Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp das Anliegen der Kirchen unterstrichen, den Menschen im Main-Taunus-Kreis die Möglichkeit zu bieten, sich vor der Wahl über die Positionen der Kandidaten informieren zu können und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dass ein Abend dafür nicht ausreicht, darauf verwies der Moderator und machte auf die Wahlprogramme der Parteien im Internet aufmerksam: „Machen Sie sich schlau“, gab er dem Publikum als Ratschlag mit auf den Weg.