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Siehst Du die Grenzen nicht

Jutta Hajek liest am 15. November im Haus St. Martin am Autoberg in Hattersheim
Siehst Du die Grenzen nicht
Siehst Du die Grenzen nicht
Jutta Hajek © bene_G_Webel

Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms „Kunst und Kultur am Autoberg“ ist die Kelkheimer Journalistin und Schriftstellerin Jutta Hajek mit ihrem gerade veröffentlichten Buch „Siehst du die Grenzen nicht, können sie dich nicht aufhalten“ zu Gast in Hattersheim. Warum gelingt es manchen Menschen trotz körperlicher Einschränkung, ihren Traum zu leben? Wie kann ich selbst mutiger werden? Was kann mein Vertrauen in das Leben stärken? Antworten auf diese Fragen gibt die Autorin  anhand der Lebenslinien von drei außergewöhnlich mutigen Menschen, die sie durch ihre Arbeit als freie Journalistin kennengelernt hat.

“Wenn Menschen mir ihre Geschichte erzählen, bekomme ich große Ohren, und es kribbelt mich in der Schreibhand. Berührung mit blinden Menschen hatte ich vorher nicht. Mariechen, Stefan und Christof haben mich in ihr Leben gelassen. Ich habe versucht, herauszufinden, warum sie fröhlich sind, obwohl sie allen Grund zum Jammern hätten. Diese Familie berührt mich im Herzen“, erklärt sie. 

Schon bei ihrer Geburt ist Maria Müller fast blind. Als während des Zweiten Weltkriegs die Gestapo zum Hof der Familie kommt, um sie – wie andere Menschen mit Behinderung – in die Tötungsanstalt Hadamar zu bringen, kann sie gerade noch fliehen. Später hält sie ihre Einschränkung nicht davon ab, sich ins Leben zu stürzen: Sie ergattert einen gefragten Job, baut ein selbst entworfenes Haus und trifft Josef – die Liebe ihres Lebens. Ihre Kinder, Stefan und Christof, werden ebenfalls fast blind geboren. Doch zum Glück haben sie nicht nur den Gendefekt, sondern auch den Lebensmut ihrer Eltern geerbt: Stefan wird als erster Blinder in Deutschland zum Priester geweiht.  Er ist als Pfarrer  im Bistum Limburg tätig. Sein Bruder Christof  unterrichtet als Studienrat an der Main-Taunus-Schule in Hofheim.

Die besondere Verbindung der Autorin mit dem Haus St. Martin am Autoberg entstand 2011, als sie mit einem Artikel über die Würde der Wohnsitzlosen im Schreibwettbewerb den Preis für die beste Reportage gewann. Seitdem besucht sie immer wieder Lesungen und Ausstellungen in der Caritas-Einrichtung. Sie freut sich auf ihre Gäste aus Hattersheim und Umgebung.