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„Wir sitzen alle im selben Boot!“

„Wir sitzen alle im selben Boot!“
„Wir sitzen alle im selben Boot!“
Dr. Matthias Braunwarth setzt sich als Bezirksleiter vom Main-Taunus für Italien ein.

DREI FRAGEN AN Dr. Matthias Braunwarth, Bezirksreferent Main-Taunus

Der Bezirk Main-Taunus hat in der Krise ein Unterstützungsprojekt für Notleidende in Norditalien gestartet. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Wir alle bekommen durch die Medien mit, welche Zustände in Italien immer noch herrschen. Diese schrecklichen Bilder haben bei uns Spuren hinterlassen. Wir haben uns im Bezirksbüro gefragt, wo die europäische Solidarität in dieser Krise eigentlich sichtbar ist und was wir nun tun können. Ich habe demnach muttersprachliche Gemeinden im Bistum und die Caritas International kontaktiert. Dadurch ist ein enger Austausch mit dem Caritasverband der Erzdiözese Trento (Trient) und die Idee zu einem eigenen Unterstützungsprojekt mit dem Titel "Wir sitzen alle im selben Boot" entstanden. Gemessen an der Einwohnerzahl zählt die Region dieses Erzbistums zu den am schlimmsten betroffenen Provinzen. Es gab bislang keine Aktion, bei der wir uns anhängen konnten, also haben wir selbst die Initiative ergriffen. Wir bekommen mit, wie unsere Brüder und Schwestern unter der Corona-Pandemie leiden. Die Not dieser Menschen ist kein Thema der Italiener, sondern unser aller. Es ist an uns, zu helfen. Mit dem Projekt ist auch ein Aufruf an alle Menschen verbunden, sich finanziell zu beteiligen und weitere Ideen zur Unterstützung von Menschen in Not einzubringen, um gemeinsam europäische Verbundenheit in solchen Zeiten erfahrbar zu machen.

Welche Ziele verfolgt diese Aktion und wie wird den Menschen vor Ort konkret geholfen?

Die Lage ist vor allem für Menschen in Armut schwierig. In Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin der Caritas in Trento, Anita Scoz, fördern wir demnach vor allem drei große Arbeitsschwerpunkte. Zum einen steht die Unterbringung und Versorgung von Obdachlosen im Vordergrund, zum anderen sollen einzelne Familien in prekären Lebenslagen unterstützt und zuletzt sollen hilfsbedürftigen, verängstigten, gehandicapten und psychisch sowie körperlich kranken Menschen mit Hilfe zur Seite gestanden werden. Die gesammelten Spendengelder werden über das Bistum an den Caritasverband in Trento weitergegeben und in Absprache gezielt eingesetzt. Zum Beispiel werden davon Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidung für Notleidende, Überbrückungsgelder für anstehende Mietzahlungen oder kurzfristige Schlafplätze für Wohnungslose finanziert. Manchmal gibt es aber auch konkrete Anliegen aus Italien. Zu Beginn des Projekts bat mich Anita Scoz zum Beispiel um professionelle Fieber-Thermometer, mit denen man auch ohne Körperkontakt messen kann. Wir haben uns dann auf die Suche gemacht und haben einige nach Trento geschickt. Das heißt, wir suchen je nach Bedarf nach Lösungen und versuchen, weiterzuhelfen. Derzeit besteht großer Bedarf an FFP2-Masken, Einweghandschuhen und sogenannten Alltagsmasken. Daher haben wir nun dazu aufgerufen, Mund- und Nasenmasken zu nähen und zur Spende bereitzustellen.  

Was ist das Besondere an Ihrem Projekt?

Dass wir uns als Kirche in den Dienst der europäischen Familie stellen. Für mich geht es um ein Doppelgebot der Liebe, nämlich einmal die aktuelle Not zu sehen und zu helfen und zum anderen das aus europäischer Verbundenheit heraus zu tun. Denn wir sitzen alle im selben Boot, das ist auch das Motto unseres Engagements. Seit Osterdienstag läuft das Projekt und wir haben bislang über 33.000 Euro (Stand 11. April) gesammelt und einiges bewegen können. Wir möchten jeden und jede ermutigen, sich auch zu engagieren. Helft und gebt Geld aus, gleich für welches Corona-Projekt.

Spenden:

Kontoinhaber: Katholisches Bezirksbüro Main-Taunus

IBAN: DE92 5114 0029 0376 2168 00

BIC: COBADEFFXXX

Verwendungszweck: „Im selben Boot“

Zuwendungen für dieses Spendenprojekt können steuerlich geltend gemacht werden.