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Zum Mittagessen bei Wohnungslosen

Weihbischof Löhr besucht Caritas-Einrichtung im Main-Taunus
Zum Mittagessen bei Wohnungslosen
Zum Mittagessen bei Wohnungslosen
Weihbischof Löhr besucht Wohnungslose im Haus Sankt Martin am Autoberg. © Bistum Limburg/ Anna Parschan

Ein Schlafplatz für die Nacht und eine ambulante Beratungsstelle: Bei seiner Visitation im Bezirk Main-Taunus hat Weihbischof Dr. Thomas Löhr das Haus Sankt Martin am Autoberg in Hattersheim besucht. Am Mittwoch, 22. Mai, aß er in der Caritas-Einrichtung für Bedürftige gemeinsam mit Wohnungslosen und Haupt- und Ehrenamtlichen zu Mittag. Der ehemals wohnungslose Roland Göth kochte für den Weihbischof Frikadellen und Kartoffelsalat. Jeden Mittwoch stellt sich der gelernte Koch für andere Wohnungslose in die Küche. Im Vordergrund des Visitationstages standen vor allem die Sozialpastoral und die Projekte der Caritas. 

„Der Mensch gilt hier als Mensch und kann sich akzeptiert wissen. Keiner wird auf seine Wohnungslosigkeit reduziert.“

Dr. Thomas Löhr

Klaus Störch, der Leiter des Hauses Sankt Martin am Autoberg, führte Löhr durch die Einrichtung. Angebote für die Wohnungslosen sind neben Schlafplätzen für die Nacht, eine ambulante Beratungsstelle und das „Café am Autoberg“, eine Tagesstätte mit Bade- und Duschmöglichkeiten und Freizeitangeboten sowie betreutes Wohnen.

Halt und Begegnung

Etwa 20 bis 30 Wohnungslose nehmen täglich die Unterstützung im Haus Sankt Martin am Autoberg in Anspruch. „Ich komme gern hier her, weil ich zuhause nur alleine rumsitzen würde. Hier kann man sich gut austauschen“, sagte Thomas Bieser, der vor seiner Wohnungslosigkeit mehr als zehn Jahre als Rettungsassistent für das Rote Kreuz gearbeitet hat. „Hier fühlt man sich nicht fremd, trotz unterschiedlicher Welten“, sagte Weihbischof Löhr. Mit den Menschen vor Ort komme man direkt ins Gespräch.

Einrichtungsleiter Störch ist es wichtig, dass das Haus Sankt Martin nicht nur ein Treffpunkt und Ort für Begegnung sei, sondern auch ein Raum für Kunst und Kultur. „Viele Wohnungslose kommen mit Kultur nicht viel in Berührung, hier kommt die Kultur einfach zu ihnen“, sagte Störch. Ein Kunstprojekt ist beispielsweise „Gallery in progress“: Männer und Frauen ohne festen Wohnort werden fotografisch porträtiert. Für Störch geht es darum, den Menschen, die oft unter Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung zu leiden haben, ein Gesicht zu geben und ihnen damit die Würde zurückzugeben.

Matthias Braunwarth, Bezirksreferent vom katholischen Bezirksbüro Main-Taunus, betont die Bedeutung vom Haus Sankt Martin am Autoberg: „Viele dieser Menschen spüren ihre eigene Würde nicht mehr. Hier erleben sie ein Bitte und Danke und begegnen anderen Menschen. Hier stimmt Umwelt und Inhalt.“

 

© Bistum Limburg/ Anna ParschanGemeinsam essen die Wohnungslosen mit dem Weihbischof Löhr zu Mittag.
© Bistum Limburg/ Anna ParschanGemeinsam essen die Wohnungslosen mit dem Weihbischof Löhr zu Mittag.
© Bistum Limburg/ Anna ParschanJeden Mittwoch und Freitag können Wohnungslose im Haus Sankt Martin warm zu Mittag essen umsonst.
Bistum Limburg/ Anna Parschan
© Bistum Limburg/ Anna Parschan Zu essen gibt es heute Frikadellen und Kartoffelsalat.
© Bistum Limburg/ Anna Parschan Nach dem gemeinsamen Mittagessen wird der Weihbischof durch das Haus geführt.
© Bistum Limburg/ Anna Parschan Wohnungslos haben im Haus Sankt Martin die Möglichkeit ihre Kleidung zu waschen und neue Kleidung zu bekommen.
© Bistum Limburg/ Anna Parschan Das Haus Sankt Martin ist ein Ort für Begegnung und Austausch.